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Mühlacker macht mit beim „Mähfreien Mai“ 2024

30. Apr 2024

Das zweite Jahr in Folge beteiligt sich Mühlacker an der Aktion „Mähfreier Mai“ und setzt sich damit für mehr Biodiversität und gegen Insektensterben ein.

Blühende Wiesen - essenzielle Nahrungsquelle für unsere Insektenwelt.
Blühende Wiesen - essenzielle Nahrungsquelle für unsere Insektenwelt.

Zusammenfassend geht es beim „Mähfreien Mai“ darum, Wiesen- und Grünflächen im gleichnamigen Monat stehen und wachsen zu lassen. Das Ziel dabei ist es, Wildkräutern und Blumen wie Gänseblümchen, Löwenzahn und Co. die Chance zu geben, sich zu vermehren und damit gleichzeitig Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten für Insekten zu fördern.

Der Monat Mai, als Brücke zwischen Frühling und Sommer, ist bei der Entwicklung der Pflanzenvielfalt von entscheidender Bedeutung. „Unkraut“ gibt es in der Natur nicht, hier hat jede Pflanze ihre Berechtigung und ihren Nutzen. Dies trifft vor allem auch auf ihre Funktion als Nahrungsquellen für Insekten zu: von den 481 Wildbienenarten, die es in Baden-Württemberg gibt, sind zum Beispiel 32 Prozent auf bestimmte Pflanzen spezialisiert. Ohne diese Pflanzen können auch die entsprechenden Bienen nicht überleben.

Aber auch unabhängig vom Nahrungsangebot spielt das Mähverhalten in den Frühlingsmonaten für das Überleben der Insekten eine Rolle, denn viele der Tiere befinden sich dann noch in der Winterstarre. Sie überwintern im Boden, unter Laub, in Ritzen von Totholz oder vertrockneten Grashalmen. Ein zu frühes Mähen bedeutet für diese Tiere, die dann noch keine Möglichkeit zur Flucht haben, den beinah sicheren Tod.

Um dem entgegen zu wirken wurde ursprünglich 2019 von der britischen Naturschutzorganisation „Plantlife“ die Initiative „NO-MOW-MAY“ ins Leben gerufen. In Deutschland beteiligen sich seit 2021 verschiedene ländliche Einrichtungen, Kommunen und Organisationen am „Mähfreien Mai“.

Auch in Mühlacker werden in diesem Jahr wieder über das gesamte Stadtgebiet verteilt zahlreiche ausgewählte Flächen in den Monaten April und Mai nicht gemäht. Spiel- und Bolzplätze, Kindergärten, und Schulhöfe sowie Bereiche mit erhöhter Verkehrssicherungspflicht sind davon ausgenommen, um kein zusätzliches Verletzungsrisiko zu erzeugen.

Weiterhin ruft die Stadt zum Beispiel über ihre Homepage und Social-Media-Kanäle auch private Gartenbesitzerinnen und –besitzer dazu auf, sich an der Aktion zu beteiligen und ihre Mähintervalle generell zu verlängern. Bereits durch einen einzigen mähfreien Monat erhöht sich die Nektar- und Pollenproduktion einer Wiese bis auf das Zehnfache, wenn man sie mit dem vielerorts immer noch bevorzugten „Englischen Rasen“ vergleicht. Wer seinen Rasen sogar nur zweimal im Jahr schneidet und das Schnittgut anschließend aufnimmt, maximiert damit den ökologischen Output der Fläche. So tut man nicht nur Gutes für die Insektenwelt. sondern kann sich zudem an der stetig wachsenden Vielfalt der Blühpflanzen im Garten erfreuen.